Den größten Teil seiner Kindheit verbrachte Afshin Gül damit, die Welt von zu Hause aus zu beobachten.
Während andere Kinder zur Schule rannten und draußen spielten, kämpfte er mit einem schmerzhaften Zustand, durch den sein Hals in einem 90-Grad-Winkel fixiert war.

Sein Leben änderte sich für immer im Alter von nur zehn Monaten, als er bei einem Sturz eine schwere Rückenmarksverletzung erlitt.
In den folgenden zwölf Jahren suchte seine Familie verzweifelt nach Hilfe.
Medikamente, Halskrausen und örtliche Behandlungen verbesserten seinen Zustand nicht. Im Gegenteil, er verschlechterte sich.

Bei Afshin wurde eine atlantoaxiale Rotatorenmanschetten-Erkrankung der Schulter sowie eine zerebrale Lähmung diagnostiziert, und selbst die einfachsten Handlungen – Gehen, Essen und Sprechen – wurden für ihn nahezu unmöglich.
Die Ärzte warnten, dass eine Operation riskant sei und keine großen Erfolgsaussichten biete.
Mit begrenzten finanziellen Mitteln waren seine Eltern verzweifelt.
Alles änderte sich 2019, als die britische Journalistin Alexandria Thomas Afshins Geschichte erfuhr.

Dank der Medienaufmerksamkeit und der Unterstützung einer Kinderhilfsorganisation konnte die Familie ein medizinisches Visum erhalten und nach Indien reisen, um eine spezialisierte Behandlung zu bekommen.
Dort erklärte sich der orthopädische Chirurg Dr. Rajagopalan Krishnan bereit, die komplexe Operation kostenlos durchzuführen.
Der sechs Stunden dauernde Eingriff stabilisierte Schädel und Wirbelsäule sorgfältig und brachte sie in die richtige Position.
Die Ergebnisse veränderten das Leben. Nach einigen Monaten konnte Afshin selbstständig gehen, sprechen und essen – Errungenschaften, von denen seine Familie befürchtete, dass er sie niemals erreichen würde.

Während er weiter genest, erfüllt seine Verwandlung das Zuhause der Familie mit Hoffnung.
Sein Bruder nannte den Chirurgen einen „Engel“, und für sie war es ein wahres Wunder, geboren aus Mitgefühl und Mut.



